Sebastian Kneipp – der Wasserdoktor

Altes Wissen – Neue Erkenntnisse

Kneipp ist als „Wasserdoktor“ weltbekannt, doch sein Gesundheitskonzept geht weit über das Wassertreten hinaus. Die Kneipptherapie ist heute eine weltweit bekannte und wissenschaftlich anerkannte Heilmethode, die auf fünf Säulen beruht: Hydrotherapie, Bewegungstherapie, Ernährungstherapie, Phytotherapie und Lebensgestaltung.

Sebastian Kneipp wurde am 17. Mai 1821 in Stephansried bei Ottobeuren als Sohn einfacher Webersleute geboren. Von seiner Mutter lernte er viel über Pflanzen und Heilkräuter, was später wichtig für sein Konzept wurde. Sein größter Wunsch war es, Priester zu werden und Theologie zu studieren, doch dafür fehlte das Geld. Mit harter Arbeit in der Landwirtschaft und der Unterstützung von einem verwandten Kaplan, konnte er schließlich mit 23 Jahren das Gymnasium besuchen. Während dieser Zeit erkrankte er schwer an Tuberkulose, die damals als unheilbar galt.
Während seines Theologiestudiums in München entdeckte er das Buch „Unterricht von Krafft und Wyrckung des frischen Wassers“ vom Arzt Dr. Siegmund Hahn, begeistert davon probierte Kneipp die Heilkraft des Wassers in Form von kalten Tauchbädern in der Donau an sich selbst aus. So heilte er sich von der Tuberkulose. Dies war der Beginn der Kneipptherapie.
Nach dem Studium wurde er zum Priester geweiht und kam ins Dominikanerinnenkloster nach Bad Wörishofen und wurde später Ortspfarrer.
Neben der Seelsorge konnte er vielen Menschen aus aller Welt mit seinen Anwendungen helfen. 1886 veröffentlichte er sein berühmtestes Buch „Meine Wasserkur“, das in 14 Sprachen übersetzt wurde. 1888 errichtete er das erste Badehaus in Bad Wörishofen. Trotz Anfeindungen ließ er sich nicht aufhalten und hielt Vorträge in ganz Europa.

Am 17. Juni 1897 starb er in Bad Wörishofen, wo er auch begraben liegt.

Sein größter Wunsch war es, dass die Kneipptherapie weiterhin angewendet wird und so freue ich mich umso mehr diese Heilmethode weiter aktiv zu betreiben.

Artikel: Stefanie Schnitzler